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20.09.2009
Bericht : IRMTRAUD KOCH Die schöne Bilanz eines Jahres
Stadtmaler: Die Abschlussausstellung von
Johannes Prieß wurde am Sonntag eröffnet
Fotos:
Koch So nimmt er Abschied: Rund 100 Arbeiten hat
der neunte Gaildorfer Stadtmaler, in die Galerie
im Alten Schloss gebracht. Fast ein Jahr lang hat
sich Johannes Prieß mit Land und Leuten
auseinander gesetzt.
Gaildorf.
Mit
etwa hundert Exponaten - Öl-und Lackmalerei,
Monotypie, Mischtechnik, Holzschnitt und Skulptur
- dokumentiert Johannes Prieß in der
IG-Kunstgalerie im Alten Schloss das Jahr seiner
Schaffensperiode als Gaildorfer Stadtmaler. Nackt
wie der Künstler sie schuf - ohne Passepartout
und Rahmen -befestigt an Schnüren mit
Waschklammern, präsentiert der Künstler seine
Arbeiten und bringt auf diese Weise Atelierluft in
die Ausstellungsräume. Symbolisiert er damit auch
die Flüchtigkeit seines Daseins als Stadtmaler?
Jedenfalls bringen Arbeitsspuren, noch sichtbar,
auf spontane Weise dem Betrachter den
Entstehungsprozess der Exponate näher. Auf der
Vernissage herrschte animiertes Getümmel. Im
Wurmbrandsaal versetzte der aus Petersburg
stammende Gitarrist Andrej Lebedev (sein zweiter
Auftritt bei der IG-Kunst) die Gäste mit
südamerikanischen Klängen in Zuckungen. Der
Beigeordnete der Stadt Gaildorf Ulrich Bartenbach
beschrieb und pries das Stadtmalerstipendium als
gemeinsames Geisteskind des Förderkreises Kunst
und Kultur und der Stadt Gaildorf. Sein Dank galt
vor allem Rolf Deininger, Werner Kreetz und Martin
Zecha für treues Engagement. Der
IG-Kunst-Vorsitzende Manfred Schwarz brachte dem
Publikum den Künstler und sein Werk näher:
Prieß, 1980 in Flintbek bei Kiel geboren,
studierte in Stuttgart bei Peter Chevalier und war
Gaststudent in Berlin bei Albert Oehlen und Daniel
Richter. Vor seinem Studium bereiste er die
Türkei, Georgien, Pakistan, Indien und Sri Lanka.
Als Stipendiat war er in Lodz und Budapest tätig. Seit
Oktober 2008 setzte Prieß sich als Gaildorfer
Stadtmaler technisch und stilistisch vielschichtig
mit Land und Leuten auseinander: In Acryl mit
Holzkohle (aus den Feuerkörben seines
Künstlerkollegen Udo Schanz), collagiert mit
Tapetenschnipseln aus dem Schloss, fing er
jahreszeitliche Änderung der umgebenden
Landschaft ein. Merkwürdig sonnenlos wirken diese
Arbeiten verglichen mit den abstrahierteren
heiteren Fantasiegefilden und Pflanzenstrukturen
seiner vielen Monotypien (die, der Name sagt's,
Unikate sind). Der alternde David Hockney, dessen
Bilder gerade in Hall gezeigt werden, mit seiner
Landschaftsauffassung habe ihn in seiner eigenen
Darstellung bestätigt, sagt Prieß. Zwischen
seinen abstrakten Lackgemälden auf Holzplatten
(mit dem Stock gerührt à la Jackson Pollock) hat
der Künstler Druckstöcke aufgehängt: Gegen- und
Restprodukte seiner Monotypien. Nach Fotovorlage,
jedoch frei interpretiert hat er in Öl auf
Leinwand das Alte Schloss mit Schloss Neuenstein
verglichen, hat Mädchen der Schlossgarde, die
Wirtin vom „Carty", Zirkus- und
Faschingsnarren porträtiert.
19.09.2009Bericht und Fotos :
Irmtraud Koch Die vielen Seiten des
Johannes Prieß Letzte Vorstellung: Der
neunte Stadtmaler zeigt am Sonntag seine
Abschiedsausstellung Johannes Prieß, der
neunte Gaildorfer Stadtmaler, gibt am kommenden
Sonntag seine Abschiedsvorstellung. Die
Ausstellung in der Galerie im Alten Schloss wird
um 17 Uhr im Wurmbrandsaal eröffnet. IRMTRAUD KOCH Gaildorf. Johannes Prieß
hat sich den Gaildorfern schon von den
verschiedensten Seiten gezeigt: Im Februar war
Weltpremiere seiner Kurzfilme, zum Pferdemarkt
gab's im Häberlen, zusammen mit Emanuel
Anthropelos (Stadtmaler 2002) Mischtechnik, im
April in der Galerie im Alten Schloss Holzschnitte
und -Skulpturen zum Thema Tier.
Das Neuensteiner Schloss,
gemalt von Johannes Prieß. Der neunte Gaildorfer
Stadtmaler hat viel experimentiert und auch
gegenständlich gemalt. Rechts: Prieß mit einer
seiner Monotypien, auf der die Spuren eines
Marders zu sehen sind, der im Schloss sein Nachbar
war.
wird er am
Sonntag ein noch breiteres Schaffensfeld präsentieren:
Zu Holzschnitten, Skulpturen und Mischtechnik -
meist Acryl und Kohle, kollagiert - gesellt sich
expressionistisch anmutende Monotypie, abstrakte
Lackmalerei und realistische Ölmalerei auf
Leinwand. Gaildorf hat den
Stadtmaler inspiriert und zu neuen Schritten
ermutigt: „Erstmals hab ich gewagt, mit meinen
Filmen und mit Skulpturen an die Öffentlichkeit
zu treten. Auch hab ich, nachdem ich vorher überwiegend
abstrakt gearbeitet hatte, wieder bei
realistischer Malerei angeknüpft." Letzteres gilt vor allem
für die Ölgemälde mit Gaildorf-Hohenloher
Menschen und Gebäudedarstellungen. Lackmalerei
und Monotypie kamen auf seinen Weg dank Rolf
Deininger, der Prieß mit einer reichen Palette
von Lackfarben versorgte. Der Künstler zieht
Bilanz: „Ich kam mir hier vor wie Gargamel von
den Schlümpfen", sagt Prieß, „in einer Märchenwelt.
Neulich ging ich wieder in einer Nebelnacht
spazieren. Das Limpurger Land hat mich bezaubert.
Ich hab es mehrfach abgebildet. Bei der Bewerbung
gab's die Auflage, sich mit Land und Leuten
auseinander zu setzen. Das hab' ich getan."
Nachdenklich: „Als Künstler bewahrt man sich
eine gewisse Naivität gegenüber den Dingen und
begreift sie vermutlich langsam, da man sich nicht
gefühlsmäßig mit ihnen auseinander setzt. Man
begreift sie, indem man sie malt. Am meisten lernt
man, indem man nachahmt." Und die Leute? „Ich
hab' zwar lange in Stuttgart und Berlin gelebt,
bin aber doch ein Junge vom Land. Hab' mich
zuhause gefühlt hier. Gut, da war auch viel
Einsamkeit, die ich teils schöpferisch genutzt
habe, aber ich hätte auch mehr Besucher haben
wollen. Doch haben sich hier auch richtige
Freundschaften entwickelt. Ich werde ganz sicher
mit guten Gedanken an die Zeit zurückdenken."
(Auch wenn ihm sein Laptop geklaut wurde und auf
„wundersame" Weise am Kocher
wiedergefunden wurde. Verbeult aber - puh! - ohne
Schaden für die Festplatte). Prieß lächelt: Am späten
Abend vom „Offenen Atelier kam noch jemand.
„Ich hab' mit ihm Ideen gewälzt: das Schloss
als Künstlerkolonie, zwanzig handwerklich
versierte Künstler, die beim Renovieren mithelfen
und dafür Wohnrecht für zehn Jahre
bekommen." Willkommene Gäste waren
für Prieß, der Tiere liebt („ich wär beinahe
Förster geworden") auch ein Steinmarder als
Schlossnachbar und zwei Vögel, die in seinem
Atelier Runden drehten. Vor seiner Abreise stehen
noch eine Wandmalerei in der Musikschule
„Elefanten, Papageien und ein Bär" und
zwei Gaildorfer Filme auf dem Programm. Ist sein Wunsch für 2009 - „wohlklingender Musengesang der mich in höhere Sphären trägt" (Zitiert in der RUNDSCHAU) in Erfüllung gegangen? Nun, mit der Frage „wie geht's jetzt weiter?" habe er einmal den Kernerturm bestiegen. Glühwürmchen leuchteten, über Gaildorf hing eine schwarze Wolke, Bäume bogen sich im Sturm. „Ich befand mich mitten in dem Riesenorchester von Regen und Gewitter", sagt Prieß. Und er sei beglückt hinab gestiegen.
07.02.2009Bericht : RICHARD FÄRBER Zwei
Stadtmaler "quittieren" im Häberlen
02.02.2009Bericht : RICHARD FÄRBER Mit Platon in der metaphysischen
Einkaufspassage
Das ist zunächst unglaublich
öde und dann plötzlich gar nicht mehr schlecht.
Die Verkäuferin eines Imbisses, die vier Mal
direkt ins Bild kommt und von Prieß auf Englisch
angesprochen wird, scheint ihn für nett, aber
bescheuert zu halten. Den Zuschauer aber fasst
Beklemmung, wenn die Kamera zum wiederholten Mal
das gespiegelte Licht zeigt, das in die Passage
fällt und den Ausgang weist, den zu beschreiten
Prieß nicht einfällt - Platons Metaphysik, das
viel zitierte Höhlengleichnis, das vom
Verhältnis des durch seine Sinne gelähmten
Menschen zur Wirklichkeit handelt, gibts jetzt als
Film.
30.01.2009Bericht und Bild : RICHARD FÄRBER Der
Stadtmaler geht ins Kino
Seit
Oktober lebt und arbeitet Johannes Prieß im Alten
Schloss. Am kommenden Samstag tritt der neunte
Stadtmaler im Gaildorfer Kino erstmals an die
Öffentlichkeit: als Künstler und als
Filmemacher. Gaildorf.
Der neue und neunte Stadtmaler Johannes Prieß
tanzt allein und dennoch auf vielen Hochzeiten. Im
Atelier im Alten Schloss häufen sich ungesehene
Skizzen, Landschaftsaquarelle, Monotypien,
mythologisch hinterlegte Lack-Experimente und
Gegenständliches. Vier jugendliche Schlossgarden
hat er - nach einer Fotografie - gemalt, eine Art
Garten- oder Dschungelfantasie und das Alte
Schloss im Schnee, klar konturiert und mit so
wenig Zwischentönen, dass man sich an die
Unmittelbarkeit naiver Malerei erinnert fühlt. Er
arbeite noch dran, sagt Prieß. In den meisten der fünf bis
15 Minuten langen Arbeiten wirkt Prieß selbst
mit, zwei der Filme sind mit Darstellern gedreht
worden. Aus der Reihe fällt „Lambada", ein
meditativer Blick auf Schaum- und Seifeschlieren
in einer Badewanne, die gerade voll läuft. Die
Strömungen, die Veränderungen im Wasser „sind
ein wahnsinniges Bild", sagt Prieß. In den anderen Filmen aber
liegt die Kreativität nicht in der Natur, sondern
beim Künstler selbst. Da eine Pressevorführung
aus technischen Gründen nicht möglich ist, muss
Prieß mit Worten werben -und zeigt dabei eine
große Lust am Spiel mit Reflektions- und
Bedeutungsebenen, mit poetischen Elementen,
satirischen Subtexten und philosophischen
Andeutungen.
Und am Spiel mit Worten: „The Art of
Abfahrt" zeigt Lebensentwürfe auf
Schlittenfahrt, und man darf sich dabei
langweilen, bis die Perspektive wechselt und die
Katharsis einsetzt. „Über das Mähen"
entstand indirekt im Auftrag von Prieß' Mutter:
Sohnespflichten erfüllend denkt der Filmemacher
filmend über technische Erotika und die
gruppendynamische Wirkung von
Mähermotorgeräuschen nach.
15.10.2008Bericht : RICHARD FÄRBER Nummer Neun zieht ein Stadtmaler
Johannes Prieß ist seit zwei
Tagen in Gaildorf und sucht Möbel ![]() Johannes Prieß im Hof des
Alten Schlosses. Der neue Stadtmaler ist am Montag
aus Berlin angereist und hat gestern die
Stadtmalerwohnung bezogen.
Foto: rif Mit
Minimalausstattung ist Johannes Prieß am Montag
in Gaildorf eingetroffen. Ein Karton, ein paar
Taschen, ein Schlafsack und ein Laptop müssen dem
neunten Stadtmaler vorerst genügen.
Gaildorf.
So
reisen Abenteurer: Seine Taschen hat Johannes
Prieß vor sich auf einen Klappstuhl gestellt, er
selbst sitzt gemütlich auf der Bank im
Schlosshof, raucht eine Zigarette und beäugt
beeindruckt die geschweißten Feuerkörbe und
Skulpturen seines Kollegen Udo Schanz. Der, als
nicht offiziell gewählter sondern einfach
eingesetzter „Interimsstadtmaler" sozusagen
die Nummer achteinhalb, gibt gerade die Schlüssel
für die Wohnung im Schloss zurück. Prieß
hat eine
Nacht im „Löwen" hinter sich. Am Montag
ist er angekommen, den Lift von Berlin nach
Gaildorf fand er bei der Mitfahrzentrale. Sein
Fahrer, der eigentlich nach Schwäbisch Hall
wollte, fuhr einen Umweg und zeigte ihm ein wenig
die Gegend. "Der Würth", fand Prieß
heraus, "hat sogar einen eigenen
Flugplatz." Er wird noch mehr
herausfinden. Rolf Deininger hat ihm eine
Stadtführung angeboten, später will Prieß die
nähere Umgebung mit dem Fahrrad erkunden. Die
Stadtverwaltung hat ihm Informationsmaterial
geschickt, darunter auch einen Prospekt vom
"Weiter Weg". Also wird der neue
Stadtmaler - nicht nur dort - wandern, sich die
Gegend erlaufen; "Wie sagen die Soziologen?
Feldforschung, genau." Prieß will
Entdeckungen machen, er baut auf den Zufall, will
mit den Leuten reden und hofft, dass sie ihm
antworten. Und dass sie vielleicht
ein paar Möbel und Geschirr übrig haben.
Schlafen kann Prieß auf einer Liege, die ihm von
Martin Zecha zur Verfügung gestellt wurde.
Ansonsten aber fehlt's in der Stadtmalerwohnung
eigentlich an Allem. Wer was übrig hat, kann sich
bei ihm melden, Telefon: 0179/14 64 534. Das Weitere wird sich
zeigen. "Die Farben sind noch in den
Tuben", sagte Prieß, als er am Montag kurz
bei der RUNDSCHAU vorbei schaute. Der 28-Jährige
hat sich ein bisschen in die
Stadtmaler-Geschichten hinein gelesen und erkennt
beispielsweise in der Stadtmaler-Vita seines
Vorgängers Wonkun Yun, was ihm passieren kann.
Yun hatte gewissermaßen die Farben porträtiert,
die er in Gaildorf vorfand. "Aneignung",
sagt Prieß.
Natürlich kennt Prieß
solche Prozesse, er spielt sie selbst durch, immer
wieder, früher etwa mit Fernsehbildern, die er in
Form von Screenshots aus ihrem Bedeutungskontext
löste und bearbeitete. Von seinem Vater habe er
gelernt, wie Obstbäume geschnitten werden, wie
man Wasserreiser entfernt, sagt Prieß, und dieses
Stutzen und Formen kennzeichnet auch seinen Umgang
mit Welt und Kunst. „Veredelung, sagt er. Und
dann: "Das geht vielleicht ein bisschen weit,
ist aber ein schönes Wort." Obwohl Prieß mit wenig
Gepäck reist, hat er ein umfangreiches Archiv
dabei - gespeichert auf seinem Laptop. Er habe
sich immer wieder auch mit Computerkunst
beschäftigt, erklärt er, die Möglichkeiten der
diversen Bildbearbeitungsprogramm ausgelotet und
damit gespielt. Eines dieser Bilder hat er der
RUNDSCHAU für eine Veröffentlichung zur
Verfügung gestellt.
13.08.2008Bericht : RICHARD FÄRBER "Das wird sehr malerisch" Der neunte Stadtmaler stellt sich vor: Antrittsbesuch von Johannes Prieß Anfang Oktober wird der nächste Gaildorfer Stadtmaler die Wohnung im Alten Schloss beziehen. "Nummer Neun" heißt Johannes Prieß, lebt und arbeitet in Berlin und hat sich gestern im Rathaus vorgestellt. Gaildorf Der Erfolg des Gaildorfer Stadtmalerstipendiums liegt vor allem darin begründet, dass man die Sache locker angeht. Keine Erwartungen zu hegen, die Künstler machen zu lassen- diese Strategie hat sich bewährt und spannende, aufschlussreiche und oft überraschende Ergebnisse gezeitigt. Und weil mans nun mal eher locker angeht und außerdem wegen der Sanierung der Stadtmalerwohnung ein Jahr lang auf einen Stipendiaten verzichten musste, waren Bürgermeister Ralf Eggert und Kulturamtsleiter Gerhard Gaugel sowie Bärbel Ulmer, Rolf Deininger, Werner Kreetz und Martin Zecha gestern auch recht kregel gestimmt, als Johannes Prieß mit Freundin Corinna Wolfien zum Antrittsbesuch ins Rathaus kam. Der "Neue", der sich wegen des Wetters etwas verspätete, hatte möglicherweise Anderes erwartet. Jedenfalls kam er nicht, um mal zu Schauen, sondern hatte sich bereits informiert und sich seine Gedanken gemacht. Die Fachwerkarchitektur wirke kubistisch-expressionistisch verlockend, erklärt Prieß: "Ich glaube, dass es sehr malerisch wird." Festlegen will er sich nicht: Auch Film, Skulptur, Installation zählen zu seinen Ausdrucksmitteln. Behutsam wolle er es angehen, hellhörig und neugierig sein, sagt Prieß. Das Vereinswesen interessiere ihn, der Fasching, die Schlossgarden - der Pferdemarkt, so aus der Ferne, vielleicht eher weniger -; das Alte Schloss aber will er untersuchen und in Kontrast zum Neuensteiner Schloss setzen und überhaupt, ein Fahrrad will er mieten, die Landschaft sehen. Das Fahrrad könne er von der Stadt kriegen, im Fundamt gebe es jede Menge, versichert ihm der Bürgermeister, und den passionierten Radler Martin Zecha juckts auch gleich in den Waden: "Da fahr ich mit!" Gleichzeitig versucht man, den Druck zu mindern, unter den sich der mit 28 Jahren bisher jüngste Stadtmaler selbst zu setzen droht: Man erwarte nichts, erfährt Prieß, erfahrungsgemäß werde der Stadtmaler durch den Aufenthalt in Gaildorf verändert und, wenns gut läuft, auch der Ort durch den Stadtmaler: "Das soll einfach laufen." Bloß der Schultes wünscht sich was: "Wir sehen es unheimlich gerne, wenn die Stadtmaler sich im öffentlichen Raum bewegen", sagt Eggert. Prieß hat gestern noch eine kleine Führung durch seinen künftigen Wirkungskreis erhalten, konnte einen Eindruck von seiner Wohnung gewinnen, Wurmbrandsaal, Museum und Galerie besichtigen. Anfang Oktober wird er sein Stipendium antreten. |