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Das Leid in Afrika lässt ihm
keine Ruhe
Benefizausstellung
: Dirk Pokoj zeigt und verkauft seine Werke Im Stuttgarter Haus der katholischen
Kirche Stuttgart. Mitgefühl ist ein bedeutendes Element künstlerischen
Schaffens. Aus Erschütterung über die Hungerkatastrophe in Osten Afrikas zeigt
Dirk Pokoj seine Werke in einer Benefizausstellung in Stuttgart. "Dirk Pokoj für Ost-Afrika" heißt die Aktion die am Donnerstagabend in
Stuttgart eröffnet wurde. Das Leiden am Horn von Afrika ließ dem einfühlsamen
Künstler keine Ruhe. In Franz-Walter Schmidt vom Bildungshaus Hägenau fand der
Gaildorfer Stadtmaler von 2010 einen Möglichmacher. Schmidt ist Mitglied im
Diözesanvorstand für katholische Erwachsenenbildung und hat daher auch gute
Kontakte. So kam es, das der gebürtiger Stuttgarter Dirk Pokoj für sein Projekt eine
ausgezeichnete Plattform im Stuttgarter Haus der katholischen Kirche fand, in
der Königstraße 7, kaum 400 Meter vom Hauptbahnhof des Landeshauptstadt
entfernt. Hausherr Hermann Merkle freut sich, mit der Begegnungsstätte Gastgeber
dieser berührenden Aktion sein zu können. Die Kunstaktion tritt gegen den Hunger an - und gegen das Wegschauen. Die
Zeiten für Hungernde der Erde sind hart. In den 1980ern gab es noch das bekannte
Projekt Live-Aid von Pop- und Rock-Ikonen gegen den Hunger in Äthiopien. Und
heute? Retten wir Banken . . . Dirk Pokoj schaut nicht weg. Er stellt nun zahlreiche seiner Werke zum
Verkauf. Der Erlös der verkauften Exponate fließt der Ost-Afrika-Hilfe der
Caritas International zu. Stefan Teplan, Sprecher der Caritas International, verdeutlichte in
eindringlichen Worten, wie notwendig die Hilfe ist. Er zitierte Michel Roy,
Generalsekretär der caritas internationalis im Rom. Roy hatte der
Staatengemeinschaft absolutes Versagen im Angesicht einer vorhersehbaren
Katastrophe vorgeworfen. Teplan unterstrich dies. Unverständnis äußerte er über
Medienberichte, nach denen die Hilfe gar nicht ankomme. Gerade die Caritas-Hilfe
erreiche durch ihre langjährige örtliche Einbindung in die afrikanischen
Diözesen genau ihr Ziel. Mehr noch - selbst in jenen Gebieten Somalias, die
durch Rebellen unsicher gemacht werden, sorge die Caritas durch Verbindungen
etwa zur Organisation Daryell Bulsho Guud (Hilfe für alle) für Hilfe. Franz Walter Schmidt stellte den zurückhaltenden 44-jährigen Künstler vor.
Mit knappen Mitteln wolle Pokoj Botschaften vermitteln. In der Reduktion auf das
Wesentliche liege sein Streben. Streng seien Pokojs Arbeiten, bewusst farblos
oder "unbunt". Prägend sind Figurengruppen, die der Künstler strikt reduziert
und gesichtslos darstellt. Im Zentrum steht aber, wie Schmidt hervorhebt, das
verbindende Element. Die Figuren stehen untereinander in Beziehung, ja sie
beziehen sogar den Betrachter mit ein, machen ihn betroffen. An zwei Arbeiten verdeutlichte Schmidt die Verbindung zur Benefizaktion. Auf
beiden Bildern finden Menschengruppen zueinander und teilen - zum Beispiel einen
Tisch. Eine Aufforderung zum Teilen des Überflusses. Sehr bescheiden trat der
Künstler selbst auf. Der Schöpfer der intensiven, graubrauen Bilder auf
Leinwand, der Grafiken und der spannenden Plastiken setzte ausnahmsweise ganz
unkünstlerisch auf ein Ziel: "Ich hoffe auf zählbaren Erfolg". Für Afrika. Dafür
gibt Dirk Pokoj seine Werke.
Benefiz-Ausstellung für Afrika: Pokoj
in Stuttgart
Stuttgart /
Gaildorf. Der Gaildorfer
Künstler Dirk Pokoj stellt ab Donnerstag in Stuttgart aus. Der Erlös geht an die
Ostafrikahilfe von Caritas-International. Eine Benefizausstellung mit Malerei, Grafik und Plastik von Dirk Pokoj für
Ostafrika ist von 15. September bis 15. Oktober im Haus der Katholischen Kirche,
Königstraße 7, Stuttgart-Mitte, zu sehen. Die Situation der von der Hungersnot
betroffenen Länder in Ost-Afrika hat den auf dem Kieselberg bei Gaildorf
lebenden Künstler veranlasst, als Beitrag zur Unterstützung der betroffenen
Menschen Arbeiten aus Malerei, Graphik und Plastik für eine Verkaufsausstellung
zur Verfügung zu stellen. Der Gesamterlös kommt der Ostafrikahilfe von
Caritas-International zugute. Die katholische Kirchengemeinde berichtet Pokoj,
habe sein Ansinnen mit großem Wohlwollen aufgegriffen und umstandslos die Räume
zur Verfügung gestellt. Angeboten werden Dispersionsmalereien auf Rohleinen. Zentrales Thema in
Pokojs Schaffen sind so genannte "Figurationen", die er zunächst im Betonguss
hergestellt hat. Später und auch während seines Stipendiums als Gaildorfer
Stadtmaler im Jahr 2010 verwendete er hauptsächlich mit Dispersionsfarben. Bei
den Figurationen handelt es sich um gesichtslose, zu Gruppen angeordnete
Figuren, für die Pokoj einen eigens zugeschnittenen Pinsel verwendet. Neben den Dispersionsmalereien wird Pokoj auch Plastiken neueren Datums in
Stuttgart zeigen. Hinzu kommen Holzschnitte, die die Anfänge seines
künstlerischen Schaffens umreißen. Wer ein Kunstwerk kaufen möchte, kann sich an die Geschäftsstelle des
Dekanats wenden. Gekaufte Arbeiten können sofort mitgenommen werden.
Pokoj neuer Stadtmaler Dirk Pokoj erhält das nächste
Stadtmalerstipendium der Stadt Gaildorf. Der auf
dem Kieselberg lebende Künstler tritt die
Nachfolge von Johannes Prieß an. Pokoj hatte sich
ebenfalls 2007 beworben.
Gaildorf.
Dirk Pokoj sitzt im Gaildorfer Rathaus und schaut
etwas beklommen. Über die Künstlerin Andrea
Reksans war gesprochen worden, die, obwohl keine
Stadtmalerin, im Schlosshof viel bewunderte
Skulpturen mit der Motorsäge schuf und freudig
mit jedem kommunizierte, und über den Stadtmaler
Wolfgang Folmer, der mit seinen Bilderbäumen die
Stadt eroberte. Was
aber den Bürgermeister und die Mitglieder des für
den Stadtmaler zuständigen Arbeitskreises ins
Schwärmen bringt, macht den 43-Jährigen eher
nervös. Pokojs Dabei
ist Pokoj umgeben von Bewunderern. Denn die
Arbeiten des Künstlers, der seit 2002 auf dem Kieselberg
wirkt, machen Eindruck: Es sind gesichtslose,
geradezu szenenhaft angeordnete Figurengruppen aus
Beton oder Bronze. Zwischenzeitlich erscheinen sie
auch auf Leinwänden und erhalten durch diese
Zweidimensionalität eine Richtung, die vorher
nicht zu erkennen war. Will sagen: Anders als die
szenischen Skulpturen, die man umrunden kann,
bewegen sich die gezeichneten und gemalten
Figurationen auf den Betrachter zu. Die
Entwicklung der Pokojschen Kunst wird also zumal
in Gaildorf seit Jahren gespannt beobachtet. Und
dass man ihn, der auch an der Förderschule mit
Kindern arbeitet, kennt und schätzt, hat ihm nun
auch das zehnte Stipendium eingebracht. Die
Vergabe, die vorgestern bekannt gegeben wurde,
erfolgte ohne erneute Ausschreibung. Pokoj hatte
sich wie sein Vorgänger Johannes Prieß bereits
2007 beworben. Da auch
bei früheren Ausschreibungen in der Regel zwei
Bewerber gekürt wurden, ist das nicht ungewöhnlich.
Allerdings wurde Pokoj nicht von der Jury gewählt,
sondern nachnominiert. Die nächste Ausschreibung
soll 2010 laufen. Pokoj,
der nur das Atelier, nicht aber die Wohnung nutzen
will, hat das Stipendium geteilt. Seine eigene
Arbeit wolle er zunächst „zurücknehmen",
erklärt der Künstler
Bleikammer und BüstenkabinettGaildorf. "Grau in Grau" nennt Dirk Pokoj, zehnter
Gaildorfer Stadtmaler, seine Abschlussausstellung. Seit Sonntag werden die Kunst
gewordenen Dokumente seiner Arbeit in Gaildorf in der Galerie im Alten Schloss
gezeigt. Selten wurde einem Gaildorfer Stadtmaler so viel Ruhm zuteil
wie dem zehnten, dem "hauseigenen" Dirk Pokoj, zweiter Vorsitzender der
IG-Kunst, bei seiner Abschiedsausstellung in der Galerie im Alten Schloss. "Grau in Grau" getitelt fiel ihre Eröffnung zufällig, aber
irgendwie auch passend, auf Totensonntag. Bei der Vernissage verzichtete der
Künstler deshalb bewusst auf musikalische Intermezzi zwischen den Ansprachen,
besser gesagt, den Laudationes des Bürgermeisters Ralf Eggert, des
IG-Kunst-Vorsitzenden Manfred Schwarz und des Holzkünstlers Martin Zecha. Statt
Musik überraschte eine patinierte "Sculpture vivante" die Besucher, hinter der
sich der als Mönch gewandete Gymnasiast Philipp Perus verbarg. Bei seiner Einführung in die Ausstellung pries Zecha Pokoj um
seine "sture Kreativität", seine archaisch-technische Experimentierfreude - "das
Material findet ihn" -, seine Hilfsbereitschaft, seine Arbeit mit Kindern und
Behinderten, etwa mit dem Sonnenhof Gaildorf, sowie seine autodidaktisch
erlangte Virtuosität auf dem Klavier. Die Ausstellung ist tatsächlich überwiegend unfarbig, am
augenfälligsten der Gebrauch von Walzblei in Materialbildern bis hin zur
Auskleidung ganzer Räume. Andere Materialbilder enthalten grünlichen Lehm aus
der Gaildorfer Grube ("wunderbares Material" befindet Pokoj), Beton und Rost
bzw. Eisenoxyd-Rot. Darstellungen in Schwarzwassertechnik auf Rohleinen
erreichen teilweise eine Oberfläche von sechs Quadratmeter. Bis auf drei "Jugendsünden" - zwei Holzschnitte und der
Linolschnitt "Ratten" auf einem zerfressenen Matratzenschoner - sind die meisten
Arbeiten in den letzten acht Wochen an Ort und Stelle entstanden. Von den 22
Exponaten tragen 17 den Titel "Figuration" (daher werden sie hier auch mit
Verzeichnisnummern vermeldet). Ein bekanntes Motiv Pokojs: karge Darstellungen von
androgynen, mehr oder weniger abstrahierten Gestalten und Personengruppen, die
miteinander in einem Beziehungsgeflecht stehen und, nach der Absicht ihres
Schöpfers, den Betrachter einbeziehen sollen. Da bis auf Schattenwurf in
Figuration 10 nirgends eine Standfläche der Figuren angezeigt ist, muss, damit
das Auge diese ergänzen kann, die perspektivische Platzierung der Figuren
haargenau stimmen. Pokoj: "Das ist bei den großen Flächen schwierig, die ich zum
Malen auf den Boden legen musste. Ein Ausbessern ist bei Dispersionsfarbe nicht
möglich. Stunden verbringt man mit Luftzeichnen mit dem Pinsel in der Hand. Hat
man dann das Bild einmal imaginär fixiert, muss es schnell gehen." Verfremdung ist ein weiteres Thema: "Ohne Figuration 13 würde
man nicht erkennen, dass es sich auch auf 12 um Figuren handelt." Bei 11 -
kleines Figurenfeld in großem schwarzen Feld - ging es Pokoj um kompositorische
Grenzerkundung. Figuration 4 gefällt dem Künstler am besten "wegen der schönen
Komposition." Abgebildet sind Figurengruppen die in ihrer Abstraktion und
Ballung schon beinahe an Notenschrift erinnern. Für seine Figurendarstellung hat
sich Pokoj eigens einen Pinsel zurechtgeschnitten. Der eigentliche Graumacher der Ausstellung ist das Walzblei.
Zur Erzeugung verschiedener Grautöne kombinierte der Künstler altes und neues
Blei. In den kleinflächigeren Materialbildern 2 und 3 habe er die
Verarbeitungsmöglichkeiten des Metalls getestet: "Biegen, falten, polieren,
oxydieren, patinieren; Nietlöcher als Jackenknöpfe." Der Willo-Rall-Raum wurde
gänzlich mit Bleibahnen ausgekleidet, darauf - spärlich ausgeleuchtet -
"Figuration im Schnee" 1 mit übermannshohen Figuren, "in die sich der Betrachter
einreihen soll und Teil der Landschaft werden." Das ebenfalls bleiverkleidete "Büstenkabinett" im
Peter-Jakob-Schober-Saal enthält ein satirisch gemeintes Selbstporträt mit
heroisch gerecktem Kinn, bestehend aus mit Walzblei überzogenem Betonguss. In einer Ecke quasi versteckt hängt ein in Öl gemaltes
Selbstporträt: "Eigentlich passt dies nicht hierher. Aber Abstrakt wird
glaubhafter wenn man nebenher zeigt, dass man auch nach der Natur malen kann -
siehe Picasso."
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